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Prof. Dr. phil. habil. Magnus Gaul - SPRING - Sprache durch Musik

SPRING - Sprache durch Musik

- SPRING (SPRache lernen durch sINGen, Bewegung und Tanz)

ist ein an der Universität Regensburg entwickeltes Programm zur Sprachförderung
mit Musik.
 
- SPRING verbindet das Erlernen von Sprache mit vielfältigen musikalischen Formen
   in Dialogen, im szenischen Spiel, in eingängigen Liedern, Bewegungselementen
   und im Tanz.
- SPRING orientiert sich an den Grundlagen des Faches Deutsch als Zweitsprache
   (DaZ)
.
- Kooperationspartner: Universität Regensburg, Regierung der Oberpfalz, Regierung
  von Niederbayern, Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissen-
   schaft und Kunst sowie die Bayerische Musikakademie Schloss Alteglofsheim;
   allgemeinbildende Schulen in Bayern, Schwerpunkt: Grund- und Mittelschulen,
   Kindergärten sowie Kindertagesstätten.

Nähere Informationen finden Sie hier:

https://www.km.bayern.de/allgemein/meldung/4137/projekt-spring-hilft-beim-spracherwerb.html

 
Aktuell wird das Projekt wissenschaftlich ausgewertet und auf weiterführende Schulformen übertragen.

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Weitere Auskünfte zu Fortbildungen unseres TEAMs und Kontakt:

E-Mail:     mupaed.fortbildung(at)gmx.de

oder schriftlich über

Universität Regensburg
z. Hd. Frau Andrea Kuntze
Lehrstuhl für Musikpädagogik und Musikdidaktik
Universitätsstraße 31
93053 Regensburg


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Zum Hintergrund

Deutschland ist derzeit das Ziel von Asylbewerbern aus vielen Nationen der Erde, die aus politischen, religiösen, wirtschaftlichen, ethischen, vielfach aus individuellen Gründen ihre Heimat verlassen haben. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt ist erkennbar, dass die Aufnahme der neuen Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund unser Bildungssystem und damit auch die Schullandschaft einschneidend verändern wird.

Eine ausgesprochen dringende Förder-Notwendigkeit liegt bereits in Kindergärten sowie in Grund- und Mittelschulen vor, die von den Kindern besucht werden, nachdem sie in den Erstaufnahme-Einrichtungen registriert worden sind. Dort finden sich z. T. Kinder ohne Kenntnisse der deutschen Sprache bundesweit. Die Dimension, mit der mittlerweile viele Grundschullehrkräfte in Form von neuen Klassenkonstellationen konfrontiert sind, und die Brisanz, die eine Integration dieser Kinder in den schulischen Kontext nach sich zieht, werden durch die lapidare Einschätzung einer betroffenen Grundschulkollegin mehr als deutlich: „Ich habe in diesem Schuljahr zum ersten Mal gemerkt, dass mein Beruf politisch ist.“

Sprache als Schlüssel zur Integration

Über den Sprachcharakter der Musik wurde an vielen Stellen gesprochen, geschrieben, philosophiert. An dieser Stelle soll dieser Diskurs nicht fortgesetzt werden. Gleichwohl ist im Umgang mit neu angekommenen Kindern aus Syrien, aus den Balkanstaaten und anderen Nationen unmittelbar zu spüren, welch existenzielle Bedeutung das Fach Musik im schulischen Fächerkanon besitzt. Die Tendenz in der Schulpolitik, nur auf kognitiven Input zu setzen, wird in einer derart prekären Praxissituation ad absurdum geführt. Denn die Kinder, die z. T. traumatische Erlebnisse zu verarbeiten haben, sind zunächst einmal angewiesen auf emotionale Wärme, auf ein „Angenommen-Werden“. Die Sprache ist bei dieser Schülerklientel der Schlüssel zur Integration (Thoma & Knappik, 2015). So liegt es nahe, das Erarbeiten musikalischer Strukturen mit dem Erlernen der deutschen Sprache in den sogenannten „Übergangsklassen“ zu verbinden. Musik bleibt – ähnlich den vielfältig bekannten Einsatzmöglichkeiten im Bereich der (Musik-)Sonderpädagogik (vgl. exemplarisch Salmon, 2006) – in der derzeitigen Situation das Mittel, um Kinder in einer für sie ungewohnten Schulatmosphäre zu empfangen, dort eine emotionale Balance herzustellen und gleichzeitig Spracherwerbsprozesse anzubahnen.

Aus der Praxis – für die Praxis

Von dem verordneten Anspruch, allen Grundschulkindern, also auch den zugewanderten, eine schulische Bildung zukommen zu lassen, sind in erster Linie die Grund- und Mittelschulen betroffen. Die in Deutschland übliche Form der Selektion nach der vierten Klasse führt dazu, dass junge Migranten ohne ausreichende Sprachkenntnisse zu-nächst in Grund- und Mittelschulen integriert werden. Um einen aktiven Beitrag zur Anbahnung einer Integration zu leisten, wurde daher in den ersten Monaten des Jahres 2015 das Deutsch-Lern-Projekt SPRING (SPRache lernen durch sINGen, Bewegung und Tanz) ins Leben gerufen. SPRING ist ein an der Universität Regensburg in Kooperation mit der Von-der-Tann-Schule sowie weiteren Kontaktschulen und den Kolleginnen und Kollegen der Fachrichtung „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) entwickeltes Konzept zum Erlernen der deutschen Sprache (Balins & Gutmann, 2015). Die ergänzende Maßnahme SPRING folgt den Prinzipien eines kommunikationsgeleiteten Ansatzes und bindet grammatikalische Strukturen in den musikbezogenen Sprachbildungsprozess ein. Die enge Verzahnung sprachlicher und musikdidaktischer Modelle ist mit der Entstehung der ersten Übergangsklassen in Regensburg entstanden:

Als in den Sommermonaten 2015 die Flüchtlingszahlen derart zunahmen, so dass sich kein Landkreis mehr vor dem Thema verschließen konnte, ist bundesweit eine Notwendigkeit gewach-sen, die unmittelbar den erzieherischen Alltag in Grundschulen und Kindergärten betraf. Denn ein Großteil der Kinder, die Deutschland über die Balkanroute erreichten, blieb – zumindest vorübergehend – in deutschen Landen. Die osteuropäischen Herkunftsländer zierten als Treppenhausgestaltung längst viele Schulhäuser, weit bevor die Politik den Terminus „Balkanroute“ ins Gespräch brachte (...).

Dem Regensburger Projekt "Sprache lernen mit Musik ..." wurden der INTEGRATIONSPREIS der Regierung der Oberpfalz sowie der AUMÜLLER-INTEGRATIONSPREIS verliehen. Die Bemühungen um den Spracherwerb von Kindern in internationalen Übergangsklassen erfuhren damit eine Bestätigung. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in Zukunft in die Lehrerausbildung und -weiterbildung an der Universität Regensburg, Lehrstuhl für Musikpädagogik und Musikdidaktik, einfließen.

Magnus Gaul

Vgl. dazu auch den vollständigen Beitrag, in: nmz 3/2016, S. 26.
 





 


SPRING_2017_AEH.pdf
Neuerscheinung_SPRING.pdf
Fuerther_NachrichtenN_131015_IV_Gaul.pdf
dpa_07.03.2015.pdf